Was brauche ich zum Socken stricken

Socken stricken ist gar nicht so schwer wenn man die richtige Wolle, Stricknadeln und eine Anleitung hat.

Socken stricken – Das richtige Handwerkszeug

Ganz traditionell werden Socken schon seit Jahrhunderten mit einem Nadelspiel gestrickt. Auch ich verwende für meine Werke am Liebsten dieses althergebrachte Werkzeug.
Ein Nadelspiel besteht üblicherweise aus 5 Nadeln. Auf 4 Nadeln liegen die Maschen, die zu einer Runde geschlossen werden, mit der 5. Nadel strickt man die Maschen ab.
In der modernen Zeit gibt es Nadelspiele in den verschiedensten Materialien wie Bambus, Holz, Metall oder auch aus Karbon um nur die gängigsten aufzuzählen. Außerdem findet man Nadelspiele in 3 verschiedenen Längen von 10 cm für Baby- und Kindersöckchen über 15 cm für Erwachsenensocken bis hin zu 20 cm langen Nadeln für Stulpen oder Mützen.

Geübte Strickerinnen fertigen ihre selbstgestrickten Socken auch gerne auf Rundnadeln an. Hier kann man wahlweise mit einer oder zwei Rundnadeln arbeiten. Die Technik mit 2 Rundstricknadeln ist vor allem für Sockenneulinge oder für strickbegeisterte Damen und Herren geeignet, denen das Hantieren mit den 5 Nadeln eines Nadelspiels zu anstrengend ist. Bei dieser Technik liegt je eine Hälfte der Maschen auf einer Rundstricknadel und wird abwechselnd gestrickt. Das Prinzip gleicht sehr dem Stricken mit dem Nadelspiel, nur werden hier die Maschen auf 2 Nadeln verteilt und nicht, wie beim Nadelspiel, auf 5 Nadeln.

Beim Verwenden einer Rundstricknadel ist es sogar möglich, beide Socken auf dieser einen Nadel gleichzeitig anzufertigen. Man sollte für ein entspanntes Arbeiten allerdings darauf achten, dass ein ausreichend langes Seil verwendet wird um die sogenannte Wunderschlinge oder "Magic Loop" zu bilden. Beim gleichzeitigen Stricken von 2 Socken liegen die Vorteile klar auf der Hand. Das mühsame Reihenzählen entfällt. Man strickt ja beide Socken gleichzeitig (ist vor allem bei Mustern eine große Erleichterung) und man hat beide Strümpfe gleichzeitig fertig. Keine unvollendeten Sockenpaare mehr im Körbchen, weil man keine Lust hat, den 2. Socken zu beginnen. Kein Rätseln nach der Anleitung mehr zwischen der 1. und der 2. Socke. Auch nicht von der Hand zu weisen ist der Vorteil, dass beim Stricken von einzelnen Socken das Maschenbild durchaus unterschiedlich ausfallen kann. Dieses Problem entsteht bei dieser Technik nicht, da ja beide Socken gleichzeitig gearbeitet werden.

Zwei Socken auf einer Rundnadel zu arbeiten sieht auf den 1. Blick etwas kompliziert aus, wenn man aber den Dreh raus hat, ist es gar nicht so schwierig.

Gute Sockenwolle

Sockenwolle muss vielfältigen Anforderungen standhalten. Sie darf beim Waschen in der Maschine nicht verfilzen. Idealerweise dürfen Socken aus dieser Wolle sogar in den Trockner. Strumpfgarn muss strapazierfähig sein, schließlich ist es in den Schuhen tagtäglich hohen Belastungen ausgesetzt. Normale, unbehandelte Wolle würde sehr schnell durchscheuern.

Damit Sie lange Freude an Ihrer Handarbeit haben, sind Sockengarne und Sockenwolle mit einer Superwash-Ausrüstung ausgestattet. Diese Ausrüstung garantiert ein robustes, strapazierfähiges Garn zum Socken stricken, das nicht verfilzt und lange seine leuchtenden Farben behält.
Das klassische Sockengarn besteht aus 4-Fäden, die miteinander verzwirnt sind, in einer Mischung aus 75% Schurwolle und 25% Polyamid. Für anspruchsvolle Strickerinnen sind auch Strumpfgarne mit einem Cashmere-Anteil oder einer Aloe Vera und Jojobaöl Ausrüstung auf dem Markt. Diese Sockenwolle ist dann ganz besonders weich und griffig und garantiert schon beim Stricken ein angenehmes Gefühl.

Für den Sommer gibt es spezielle Sockenwolle, die aus Schurwolle mit einem Baumwollanteil besteht. Damit diese Wolle beim Tragen und Waschen nicht ausleiert und die fertigen Socken lange ihre Passform behalten, ist dieser speziellen Sommerwolle meist ein Stretchanteil beigemischt. Normales Baumwollgarn ist zum Stricken von Socken gänzlich ungeeignet.

Dicke Socken für den Winter stricken
Was gibt es schöneres als im kalten Winter auf der Couch zu liegen, mit dicken Socken an den Füßen und einem heißen Tee in der Hand? Extradicke Sockenwolle für Sofa- oder Bettsocken ist 6-fädig oder sogar 8-fädig. In den meisten Fällen ist diese Wolle farbenfroh gestaltet und so gefärbt, dass bereits beim Stricken ein Muster entsteht. Das können bunte Ringel sein, oder kleine Jacquard-Streifen. Überaus beliebt ist auch eine Kombination aus diesen beiden Elementen.

Sockenwolle, bei der das Muster bereits beim Stricken entsteht, hat den Vorteil, dass man einfach nur "glatt rechts" stricken muss um einen wirkungsvollen Effekt zu erzielen. Das ist vor allen für Anfänger vorteilhaft, da man schnell ein Ergebnis vor Augen hat und sich nicht mit einem komplizierten Zählmuster oder dem mühsamen Ansetzen von mehreren Farben und dem anschließenden Vernähen von vielen einzelnen Fäden herumplagen muss.

Mein Fazit ist, es ist besser ein wenig mehr Geld für richtig gute Sockenwolle auszugeben, als sich im Nachhinein über Socken zu ärgern, die verfilzt, ausgebleicht oder ausgeleiert aus der Maschine kommen, oder schon nach kürzester Zeit an der Ferse durchgescheuert sind.

Eine schlüssige, gut lesbare Anleitung

Eine gängige Anleitung besteht immer aus den Abschnitten Bündchen, Schaft, Ferse, Fuß und Spitze. In dieser Reihenfolge wird normalerweise eine Socke gearbeitet.

Socken stricken Bündchen

Für das Bündchen schlägt man je nach der gewünschten Größe eine bestimmte Anzahl an Maschen an, die gleich auf 4 Nadeln verteilt werden. Damit die Socke nicht rutscht, stricken wir das Bündchen in einem elastischen Muster, das sich gut zusammenzieht. Dafür bietet sich wahlweise 1 Masche rechts/1 Masche links, oder 2 Maschen rechts/2 Maschen links an. Normalerweise ist es ausreichend ca. 15 Runden im Bündchenmuster zu stricken. Wahlweise kann aber auch der komplette Schaft bis zur Ferse im Bündchenmuster gearbeitet werden.














 
Socken stricken Schaft
Bei buntgemusterter Sockenwolle bietet es sich an, den Schaft einfach nur glatt rechts zu arbeiten. Die Schaftlänge kann ganz nach Belieben gewählt werden. Von 5 cm für kurze Sneakers oder Söckchen bis hin zu 25 - 30 cm für lange Strümpfe ist alles möglich. Ich nehme für Damensocken ca. 15 cm und für Herrensocken ca. 18 cm Schaftlänge bis zur Ferse. Diese Länge kann aber durchaus variieren, da ich mich hier auch an der Musterung der Wolle orientiere. Das hat den Vorteil, dass man beim 2 Socken das Maßband in der Schachtel lassen kann, weil sich der Fersenbeginn klar an der Musterung der Wolle ablesen lässt.



Viele Wollhersteller bieten eine bebilderte Anleitung zum Socken stricken im Internet an.









 

Die Ferse ist ein wichtiger Teil; damit die Socke sitzt


Für die meisten ist der schwierigste Teil beim Socken stricken die Ferse. Sitzt die Ferse nicht richtig, kommt es sehr schnell zu Druckstellen oder einem Verrutschen des Sockens.
Wir unterscheiden hier verschiedene Arten, die in ihrer Machart und auch in der Passform sehr unterschiedlich sind.
Klassische Fersen wie die Käppchenferse oder Herzchenferse eignen sich sehr gut für einen hohen Spann. Sehr beliebt ist auch die Bumerangferse. Diese Fersenart wird in einem Stück mit verkürzten Reihen gearbeitet. Das hat den Vorteil, dass die seitlichen Maschenaufnahmen entfallen. Eine Kombination aus den beiden Fersenarten ist die Hybridferse. Hier wird eine kleine Fersenwand mit der Bumerangferse kombiniert.

Ist die Ferse geschafft, wird der Fuß wieder in Runden gestrickt. In einer Größentabelle findet man die Angaben wie viele Zentimeter man inklusive Spitze stricken muss, bevor man mit den Abnahmen für die Spitze beginnen muss. Wenn man im Schaft ein Muster gestrickt hat, bietet es sich an, dieses Muster über den Spann fortzuführen und die Sohle weiter glatt rechts zu stricken.






 

Die Spitze der Socke


Für die Spitze gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. Ganz klassisch stricken wir eine Bandspitze. Hier wird die zweit- und drittletzte Masche der 1. und 3. Nadel rechts zusammengestrickt und die letzte Masche wird wieder rechts gestrickt. Die 1. Masche der 2. und 4. Nadel wird rechts gestrickt, die 2. Masche hebt man rechts ab, strickt die 3. Masche rechts und zieht die abgehobene Masche darüber.

In der Größentabelle findet man wieder die Angaben wie oft die Abnahmen durchgeführt werden müssen. Hat man dann nur noch 3 Maschen auf jeder Nadel, schneidet man den Faden ab, zieht diesen durch die Maschen nach innen und vernäht den Faden sorgfältig, damit er nicht mehr aufgehen kann.

Nach dem gleichen Prinzip kann nun der 2. Socken gearbeitet werden.







Größentabelle für Austermann Step 6:

Austermann Größentabelle